26. November 2018

Freilandschweine Ostermühlen

Hier im Herzen von Schleswig-Holstein rennen, wühlen und quieken die Freilandschweine vom Hof Ostermühlen. Die Familie Lüke übernahm im Jahr 2011 den damals baufälligen Hof und baute mit viel Liebe zum Detail (und zum Tier) diesen malerischen Bauernhof wieder auf. Neben Bienen, Rindern, Hühnern und Forellen leben hier auch unsere Schweine: Die alte Schleswig-Holsteinische Rasse „Angler Sattelschwein“. 

Hof und Familie

Die Familie Lüke hat sich zum Ziel gesetzt, den Bauernhof im Sinne der Nachhaltigkeit und mit hohem Qualitätsanspruch aufzubauen. Dazu gehört der respektvolle Umgang mit den Tieren, und eine Tierzucht, die nicht auf maximalen Profit, sondern hohe Qualtität und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Freilandhaltung

Die jungen Schweine kommen im Alter von 2 Monaten auf die Koppel. Hier wachsen sie nun in kompletter Freilandhaltung etwa ein Jahr heran. Da die Schweine sich hier viel bewegen, nehmen sie natürlich nicht so schnell zu. Zum Vergleich: Die Schweine in der Industrie erreichen ihr Schlachtgewicht in der Hälfte der Zeit.

Anzahl Tiere 

Auf dem Hof leben eine Handvoll Muttersauen, ein Eber, und je nach Laune der Natur etwa 100 Ferkel. Pro Jahr bekommen die Sauen etwa 2 Mal einen Wurf Ferkel. Damit alle Tiere draussen sein können, und die Koppeln sich regelmäßig erholen können, werden die Weiden im Mischsystem aus Stand und Rotationsweiden vergeben.

Bedrohte Nutztierrasse 

Die Angler Sattelschweine wurden erstmals in Schleswig-Holstein gezüchtet und waren lange weit verbreitet. Dies änderte sich, als die Industriezucht nach Schweinen mit einem höheren Fleischanteil verlangte. Vor kurzem gehörten die Sattelschweine zu den bedrohten Nutztierarten, erlebt nun aber dank engagierter Züchter ein kleines Comeback in der Freilandhaltung.

Qualität durch artgerechte Haltung

Dieses Comeback entsteht durch die Nachfrage nach natürlichem und qualitativ hochwertigem Schweinefleisch aus Freilandhaltung. Denn nur in der Freilandhaltung wie hier können Schweine rennen, wühlen, in Ruhe faulenzen und sich suhlen – also sich artgerecht verhalten und gemütlich und stressfrei aufwachsen.

Weidefähigkeit

Die Angler Sattelschweine sind perfekt an das nordisch-raue Wetter angepasst, und fühlen sich auch bei Nässe und Kälte pudelwohl. In der Fachsprache nennt man das „gute Weidefähigkeit“. Die Schweine spielen, rennen, grunzen und wühlen den ganzen Tag nach Lust und Laune. Und büxen ab und zu auch mal aus.

Futter

Den Großteil des Futters suchen sich die Schweine selbst, während sie die Weide umpflügen. Dazu gibt es je nach Jahreszeit Äpfel, Eicheln und Kraftfutter.

Gesundheit

Selbstverständlich werden die Tiere medizinisch versorgt, wenn ein Tier krank wird. Eine präventive Vergabe von Medikamenten ist aber nicht nötig. Durch die natürliche Haltungsform und der Auswahl einer robusten Rasse ohne Überzüchtungserscheinungen lassen sich die meisten Krankheiten ganz natürlich vermeiden.

Fortpflanzung

Zur natürlichen Fortpflanzung („Natursprung“) kommen die Sauen zum Eber auf die Weide. Die Muttersauen bekommen ihren Wurf für die bessere Versorgung im Stall auf Stroh. Sie haben dort einen etwa 6 qm grossen Innen- und Aussenbereich.

Strohstall

Der Stall hat uns vor allem durch seine Sauberkeit beeindruckt. Es riecht hier tatsächlich nicht nach „Schweinstall“. Denn Schweine sind eigentlich sehr reinliche Tiere und machen immer in die gleiche Ecke, die mehrmals in der Woche gesäubert wird. Die Ferkel und die Muttersau bleiben 8 Wochen hier.

Schwanzkupieren und Zähneschleifen?

Da die Tiere hier nicht zu früh von der Muttersau getrennt werden und auf der Weide genug Platz haben, um ein normales Sozialverhalten zu entwickeln, werden hier selbstverständlich keine Schwänze kupiert oder Zähne geschliffen.

Transportweg 

Der Transportweg zu unserem Schlachter Fritze dauert eine Stunde. Bei Fritze gibt es einen kleinen Stall mit Sroh, in dem die Tiere nach dem Transport über Nacht zur Ruhe kommen. Am nächsten Tag wird die Betäubung vor der Schlachtung nicht durch Begasung, sondern durch eine Elektrozange vorgenommen.